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Lavendel und Oregano

Wir sind in der Natur ringsum von Stauden umgeben – denken Sie nur an Margeriten in der Wiese, Enzian in den Bergen oder Schneeglöckchen im Auwald.

Stauden sind mehrjährige, ausdauernde Pflanzen. Sie verholzen nicht und bleiben krautig weich. Sommerblumen sterben mit den Oktoberfrösten ab, Stauden aber überdauern den Winter. Mit Hilfe von Wurzeln, Ausläufern, Rhizomen, aber auch Zwiebeln und Knollen sind sie in der Lage, Eis, Frost und Schnee oder langen Trockenperioden zu trotzen.

Bis auf einige wenige, wie das Immergrün (Vinca minor), „verschwinden” Stauden für bestimmte Zeit im Jahr von der Oberfläche. Manche ziehen schon im Sommer ein, die meisten allerdings über den Winter, um im Frühling erneut auszutreiben. Das sollte man wissen, bevor man merkt, dass man eigentlich lieber Sträucher gehabt hätte oder gar glaubt, die neuen Pflanzen für den Garten wären eingegangen.

Einige, wie zum Beispiel der Lavendel (Lavandula angustifolia), haben zwar ein staudenähnliches Aussehen, ihre Triebe werden aber am Grunde holzig. Lavendel müsste daher korrekterweise zu den Zwerggehölzen gezählt werden, doch in jeder Gärtnerei ist er bei den Stauden einsortiert. Pflanzen mit Zwiebeln und Knollen bilden in der gärtnerischen Praxis stets eine eigene Gruppe, obwohl sie – botanisch gesehen – natürlich auch Stauden sind. Sie werden hier daher nur am Rande erwähnt. Auch die Sumpf- und Wasserpflanzen gehörten hierher, müssen aber leider aus Platzmangel ausgeschlossen werden. Um Stauden für attraktive Pflanzenbilder im Garten auszuwählen und zu kombinieren sind Grundsätze hilfreich.

Text entnommen aus "Alfred Feßler, Der Staudengarten".

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